Xing: Fluch oder Segen?

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In Deutschland ist es die Business-Plattform Nummer Eins: Xing. Das vernetzen mit Geschäftspartnern ist zur Selbstverständlichkeit geworden und begünstigt die Anbahnung von neuem Geschäft.

Xing macht das gut

Die soziale Plattform überzeugt durch eine intuitive Bedienung und zahlreiche nützliche Funktionen. Der Erfolgskurs von Xing bestätigt das:

  • 14 Millionen Mitglieder weltweit
  • 7 Millionen Mitglieder im deutschsprachigen Raum
  • 66.000 Fachgruppen

Viele Basisfunktionen in Xing sind kostenlos. Man kann sich mit Geschäftspartnern vernetzen und mit ihnen per Nachricht kommunizieren. Eine Premium-Mitgliedschaft für 4,95€ oder 5,95€ im Monat (netto, je nach Laufzeit 12 oder 24 Monate) schaltet dann alle Funktionen frei. Als Premium Mitglied sieht man detailliert, wer das eigene Profil besucht hat, kann erweiterte Filter setzen, sein Profil um zusätzliche Informationen ergänzen (Portfoloio) und auch Nachrichten an fremde Mitglieder schicken. Außerdem gibt es umfassende Vergünstigungen zum Beispiel bei Autovermietern, Hotels und Dienstleistern.

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Die Zielstellung ist wichtig

Ob man mit Xing erfolgreich ist, hängt immer von der eigenen Zielsetzung ab. Ich selbst nutze Xing als Adressbuch von Menschen, die ich persönlich kenne. Ich lerne eine Person bei einer Veranstaltung oder im Berufsleben kennen und füge sie dann (sehr kurzfristig nach dem Kennenlernen) zu meinen Kontakten hinzu. Man schreibt sich ein paar freundliche Zeilen und knüpft ggf. so im Nachgang an ein in der “Offline-Welt” geführtes Gespräch oder die Anbahnung einer Zusammenarbeit an. Diese Vorgehensweise hilft mir vertrieblich, die anschließende Akquise zu beschleunigen. Es ist eine Art hilfreiche Brücke zu einem weiteren Telefonkontakt. Man ruft sich visuell in Erinnerung und hält den Kontakt zum Geschäftspartner.

Ich nutze außerdem – je nach dem was mein Terminkalender an Zeit zulässt – Fachforen, um anderen Mitgliedern Hilfestellung zu leisten. Wenn ich einmal vor einer fachlichen Frage stehe oder eine Meinung von Fachkollegen einholen möchte, erstelle ich ebenfalls einen Eintrag im entsprechenden Forum. Dadurch generiere ich einige Besucher meines Xing-Profils. Ein Auftrag kam dadurch aber noch nicht zustande.

Eine andere Zielstellung in Xing haben die “Kontakte-Sammler”. Sie fügen jeden noch so unbekannten Kontakt in Ihre Kontaktliste hinzu, sie haben zu der Person keinerlei persönliche Verbindung. Sie versuchen dadurch, ihr Netzwerk in Xing so groß wie möglich aufzubauen. Dann arbeiten sie nach dem klassischen Sender -> Empfänger-Prinzip (Push-Marketing): Die Werbebotschaften und Event-Einladungen werden an die eigenen Kontakte gepusht. Unter dem Motto “die Masse macht´s” reichen dieser Nutzergruppe nur wenige Prozentpunkte Response aus, um daraus in anschließender Akquise per Mail, Xing oder Telefon Geschäfte zu generieren.

Am Ziel vorbei geschossen

Ich höre immer wieder in letzter Zeit von Menschen, die mich zum Thema Xing ansprechen, dass sie über das Verhalten der “Kontakte-Sammler” verärgert sind. Das wird dann leicht verallgemeinert und die gesamte Plattform Xing wird in Frage gestellt. In weiteren Gesprächen wird mir dann klar, dass viele keine klare Zielsetzung oder Strategie für die Nutzung von Xing haben. Deshalb gleich die ganze Plattform zu verdammen, finde ich nicht richtig. Vielmehr empfehle ich, solche “Kontakte-Sammler” und Spammer aus der Kontaktliste zu entfernen und zu blockieren.

Das alte Push-Marketing (“Tell and Sell”) funktioniert heute nicht mehr. Der Aufwand ist viel zu hoch und die Response (Leads) viel zu gering. Heute suchen sich Menschen gezielt die Anbieter und Kontakte selbst aus, von denen sie Ihre Informationen erhalten möchten. Sie abonnieren Medien oder Kanäle, weil diese ihren Informationsbedarf befriedigen und die für sie relevanten Informationen liefern. Demnach schießen die “Kontakte-Sammler” und Spammer in Xing völlig am Ziel vorbei. Die Folge ihrer mühseligen Arbeit ist nämlich, dass ihnen immer mehr Kontakte “entfolgen” und bald ihre Botschaften im Nichts versieden.

2017-03-28T11:35:41+00:009. April 2014|Social Media|0 Kommentare

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Fachbuchautor, CEO und Gründer von sentimeo. Er ist seit über 17 Jahren Experte für digitales Marketing mit Schwerpunkt Social Media und strategisches Content Marketing.